Belletristik

Das Erdbeben von Kobe 1995

Der vorliegende Auszug des Manuskripts mit dem Arbeitstitel "Erdbebenstaub" über das Erdbeben von Kobe am 17. Januar 1995 ist basierend auf meinen Erinnerungen entstanden. Die Dimensionen dieser Erdbebenkatastrophe, die Japan im Kern erschütterte, da niemand jemals mit einem Beben gerade in dieser Region gerechnet hatte (das nächste große Erdbeben war seit Jahren für die Region Kantou um Tokyo herum vorausgesagt), wurde im Rest der Welt, so wie auch in meinem persönlichen Umfeld, bis heute kaum wahrgenommen.

Von 1995 an hat es zehn Jahre gedauert, bis ich überhaupt in der Lage dazu war zu beginnen, das Erlebte zu notieren. Im Jahr 2008 zeigte ich erstmals Auszüge des Textes zwei Freunden und dann zwei Verlagen. Da er auf Deutsch ist, konnte ich es nur deutschsprachigen Freunden zeigen und deutschen Verlagen schicken. Sie alle sagten, zusammengefasst, einfach nichts. Aber sie waren sehr höflich dabei. Und ich hörte auf zu schreiben.

So ruhte der Text für viele Jahre weitestgehend unberührt in meinem Laptop und ich nahm die ganze Zeit an, dass derartige Erdbeben-Erfahrungen einfach niemanden, mit Ausnahme der Betroffenen in Japan selbst, von denen inzwischen auch noch ein Großteil aus vielfältigen Gründen tot ist, interessieren würde. Doch dann ereignete sich am 11. März 2011 Uhr ein weiteres Erdbeben in Japan, das eine in allen Dimensionen neue und bis heute andauernde noch größere Katastrophe auslöste.

 

Die Dreifach-Katastrophe (Erdbeben, Tsunami, Reaktorunfall) von Fukushima 2011

Das Touhoku-Beben hatte eine Stärke von 9.0 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag im Meer vor der Küste der Präfektur Miyagi im Nordosten der Hauptinsel Honshu. Im Anschluss an das Beben kam ein Tsunami riesigen Ausmaßes, welcher die Uferbefestigungen und Küstenmauern durchbrach und die Küstenregion weit bis in das Hinterland verwüstete. Offiziell zählt man bis heute 18.537 Tote.

Es kam zur Zerstörung mehrerer Atomkraftwerke, die man an diesem erdbeben- und tsunamigefährdeten Küstenstreifen gebaut hatte. Seitdem tritt vor allem aus dem AKW namens „Fukushima-Daiichi“ radioaktive Strahlung aus. Wie hoch diese Strahlung ist, bis in welchem Umkreis das Land und das Wasser des Pazifiks kontinuierlich verseucht werden, weiß niemand. Überlebende Bauern und Fischer, die seit Generationen dort lebten und ihr Auskommen eigenständig erwirtschafteten, mussten hastig ihre Dörfer, Felder und Häuser verlassen und somit ihre Existenzen aufgeben. Die zahlreichen Rinder der Region und alle anderen Farmtiere mussten getötet werden und auch die vielen Haustiere konnte man im Regelfall nicht mitnehmen.

 

Das Sterben hält an

Die Selbstmorde der Einheimischen und immer noch in den Notunterkünften untergebrachten Menschen halten in ihrem Ausmaße bis heute (2017) an. Sich in den heimatlichen Mischwäldern zu erhängen ist dabei die beliebteste Selbstmordmethode, manche aber fahren dazu auch in ein Onsen-Hotel. Andere erschießen sich, manche stürzen sich die Klippen hinunter ins Meer oder die Felsen hinab in ein Tal, manche hören auf zu trinken und zu essen, andere brechen einfach tot zusammen. Mittels Seppuku (hier oft: „Harakiri“ - Bauchaufschlitzen - genannt) kam seit 2011 allerdings noch niemand um. Diese versnobbt-egomanische Form des Selbstmords zieht man traditionell als Bäuerin oder Bauer auch gar nicht in Betracht, mal ganz abgesehen davon, dass zum Seppuku einerseits ja noch ein Assistent nötig wäre, der einem zusätzlich diskret den Kopf abschlägt, und andererseits Seppuku bereits seit mehr als 120 Jahren höchstoffiziell verboten ist. Die zitierten Möglichkeiten, sich das Leben zu nehmen, sind von den diversen japanischen Regierungen seit Beginn der Meijizeit im Jahr 1868 bislang aber noch nicht verboten worden. Ein betrunkener Geschichtslehrer in einer tokyoter Sushibar erzählte mir in der Hitze einer Sommernacht im Jahre 2012, er wäre doch glatt dafür, das Seppukuverbot für die betreffenden Angestellten und Lobbyisten von TEPCO, jener Firma die die Atomkraftwerke betreibt, wieder aufzuheben, auch wenn diese keine Samurai wären. Sein Hobby sei Kendou (= kriegerischer Schwertkampf).

 

Ausländer, Fliehende, Flüchtlinge und Freunde

In den Tagen und Wochen nach dem Touhoku-Beben sprach ich viel mit Freunden und mit Arbeitskollegen in Japan. Nach und nach nur kam das Ausmaß des Reaktorunglücks von Fukushima zu Tage. Die Ausländer verließen Toyko dann so schnell wie möglich, allen voran der deutsche Botschafter zusammen mit dem Direktor der Deutschen Schule Tokyo und einer Mutter, die unvernünftigerweise direkt vom Flughafen in ein Berliner Fernsehstudio stürzte, um ihrer Empörung über die nun miserablen Zustände „da drüben“ freien Lauf zu lassen. Manche verließen das Kansai als Fliehende zu Verwandten und Bekannten in südlichere Regionen und all jene Ausländer, die es sich wirtschaftlich und sozial leisten konnten, schickten ihre Kinder reflexartig auf Internate in andere Regionen der Welt, wie man das in gewissen Kreisen im Katastrophenfall eben so macht. Meine japanischen Freunde und Bekannte blieben an ihren Arbeitsplätzen. Jene, deren Häuser noch stehen, wohnen auch noch in diesen. Andere, deren Häuser verschwunden oder unbewohnbar geworden sind, leben immer noch als Erdbeben-Flüchtlinge in Notunterkünften. Skype wurde wichtig.

 

Ohnmacht und Verlassenheit

Inzwischen werden die Informationen mit mehr oder weniger sachlichen Meldungen aus und über die Dreifach-Katastrophenregion aus der Touhoku-Region stetig weniger. Vor einiger Zeit noch gab es im Regierungsviertel an den Freitagnachmittagen die „Anti-Nuke-Demonstrationen“. Im Lärm der trillernden Zikaden, die Tokyos Bäume im Sommer bewohnen, schwappten die Menschenmassen über die Bordsteine auf die Strassen und wurden von der Polizei sanft wieder zurück geschoben. Die Autos hielten und hupten nicht. Eine der Schlußkundgebungen fand im Park statt. Ich hörte eine Rede von Kenzaburou Oe, einem Literaturnobelpreisträger. Er sprach von der Dummheit einer historisch bedingten Bevormundungsgesellschaft, von Ohnmacht und Verlassenheit. Er war sehr wütend. Einmal nahm ich die Kinder mit auf die Reise nach Japan. Zunächst wohnten wir in Osaka, dann in Kyoto und dann in Tokyo. Vor allem die Menschen in Tokyo waren gesprächig und verwundert. Wer reist denn mit Kindern, gerade jetzt, in unser Land? Die Kinder fanden Japan toll.

 

"Kobe 1995 - Erdbebenstaub"

Im September 2011 empfing ich Kenichi Mishima zu Besuch bei mir zu Hause in Berlin. Er lebt und arbeitet in Tokyo und kommt gerne über die Sommermonate nach Berlin. Er kam gerade von einem Besuch bei Jürgen Habermas zurück, dessen Bücher er ins Japanische übersetzt hatte. Diese Verbundenheit, die er zu mir nach Berlin brachte ohne es zu wissen, bewogen mich spontan dazu, ihm die ersten drei Kapitel des Textes Kobe 1995 - Erdbebenstaub zu übergeben, ohne dass er mich dazu aufgefordert hätte. Er las den Auszug und fand die richtigen Worte an mich. Und so begann ich wieder zu schreiben. Denn Erdbeben wird es immer geben.

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LESEPROBE

 

3 Unter dem Meer

 

Um neun Uhr fünfzehn läutete erneut das Telefon in der münchener Wohnung. Sie erhob sich vom Tisch, streichelte im Vorbeigehen einer der Katzen über den Kopf, ging in den Flur und nahm den Hörer ab. Ein Zustand fiebernder Trance hatte sie erfasst. In der Telefonleitung erzitterte die Stimme eines kleinen Jungen von der anderen Seite des Erdballs. Es rauschte und knackte so bedrohlich, als würden die vereinten Kräfte aller unterseeischen Ozeanwellem gemeinsam versuchen, diese Verbindung zu unterbrechen. Der kleine Junge konnte nur stockend sprechen, er war zu aufgeregt und so verhaspelte er sich ständig. Sie versuchte behutsam herauszufinden, wo er denn gerade sei und ob er ihr die Adresse und vielleicht auch eine Telefonnummer nennen könne. Nach beharrlicher Nachfrage stellte sich heraus, dass der Junge von Nachbarn aufgenommen wurde, die er aber nicht kannte und er wusste auch nicht, wo er sich nun gerade befand. Jedenfalls irgendwo in einem Haus, das nicht zerstört war und in dem es gerade weder Strom noch Wasser gab.

Das eigene Haus war also zerstört. Ja, so stellte der Junge fest, unser Haus sei ganz und vollständig zerstört. Sie hörte ihm lange zu und fragte dann endlich nach seinem Vater, ob dieser nun an das Telefon kommen könne, um mit ihr zu sprechen. Nein, antwortete der Junge. Der Vater könne nicht sprechen, er sei weg, irgendwo weg, irgendwo in einem Krankenhaus, oder so. Er sprach weiter und erklärte in wirrem Japanisch, dass ein Bein verletzt sei, auch der erst kürzlich neu geschreinerte Kotatsu und das Aquarium mit den Neonfischen seien zerstört, alles sei voll Dreck, der vom Dach runtergefallen sei und die Balken seien gebrochen, die Autoscheibe sei zersplittert und die ganze Mauer hätte Sprünge und die Bücher seien im Garten. Die eine Nachbarin sei tot, und nein, der Vater könne nicht sprechen, er sei in einem Krankenhaus, oder so, und er könne nicht mehr gehen und er könne auch nicht sprechen.

Sie wiederholte die Worte in die knackende Leitung hinein und fragte den Jungen mit einer letzten, konzentrierten Gefasstheit: „Er kann also nicht sprechen, er kann nicht gehen und er ist irgendwo in einem Krankenhaus. Ist das richtig so?“ Die Antwort des Jungen drang nun etwas deutlicher aus dem Hörer an ihr angestrengt lauschendes Ohr und er antwortete: „Hai, sou desu! -  Ja, so ist es!“ Sie zögerte keine Sekunde mit ihrer Antwort und schrie in den Hörer: „Ich komme sofort! Wo bist du? Bitte frage jetzt wirklich einen Erwachsenen nach deiner Adresse.“ Der Junge blieb chaotisch feindselig, wiederholte sich und sagte, er sei bei Nachbarn, er wisse nicht, wo genau das sei, die Nachbarn könnten es auch nicht genau sagen, zur Zeit seien alle einfach nur irgendwo. Sie nahm einen letzten Anlauf und begann ihn zu bitten, den Hörer an einen Erwachsenen zu geben. Doch dann, so plötzlich wie die Telefonverbindung zustande gekommen war, wurde sie knackend und schnalzend wieder unterbrochen. Sie meinte, das Rauschen des Meeres in tausenden Metern von Tiefe zu hören, obwohl das stille, schwarze Meer dort unter den Wellen wohl nicht mehr rauschte. Und der Geliebte war verschollen.                          

 

4 Kälte

 

Sie legte den Hörer auf, ging schwankend zurück in die Küche, schaltete das Radio aus und setzte sich wieder an den Tisch. Der Kaffee war kalt geworden und sie goss diesen erkalteten Rest in den Abguss. Dann spülte sie die Tasse und den Löffel sorgfältig ab und legte beides auf ein Geschirrtuch neben den Ölofen, so wie immer. Bis auf das leise Schnurren der beiden Katzen herrschte nun Totenstille in der Küche. Vor dem alten Fenster schneite es erneut dicke, weiße Schneeflocken. Sie wirkten weißer als sonst.

Der Junge war damals zwölf Jahre alt und sowohl auf Frauen, als auch auf nicht-Japaner nicht besonders gut zu sprechen. Wer nur hatte ihm mit aller Macht aufgetragen, sie hier in 9243 km Luftlinie entfernt auf der anderen Seite des Erdballs, anzurufen? Wenn es der Geliebte gewesen war, dann konnte er zumindest noch sprechen, vor einigen Stunden. Wenn es die Nachbarn gewesen waren? Nein, die hätten den Jungen dazu nicht aufgefordert. Es wäre aus Sicht japanischer Nachbarn völlig absurd, eine sehr junge und nicht-japanische Frau anrufen zu lassen, irgendwo im Ausland, und somit der Welt diese offensichtliche Verletzlichkeit der Nation durch einen donnernden Erdbebenschlag freiwillig zu offenbaren. Es musste also der Geliebte gewesen sein, er musste es gewesen sein, der den Anruf auf die andere Seite des Erdballs hin zu ihr eingefordert hatte. Also muss er noch sprechen können, oder zumindest vor einigen Stunden hatte er noch sprechen können. Sie würde kommen, sofort.

Als die winterliche Morgendämmerung endlich anbrach, der Schnee vor dem Fenster weniger wurde und weit weg am Horizont der Stadt die gleißende Januarsonne in den Himmel zu steigen begann, rief sie das übliche Reisebüro in Düsseldorf an. Es gab einen Sonderflug der Lufthansa ab Frankfurt nach Tokio. Und zwar gleich am Abend des 17. Januar 1995 der mitteleuropäischen Zeitzone. „Von Tokio aus werden sie allerdings nicht in die Erdbebenregion weiter vordringen können“, vermittelte ihr die Dame am Telefon in ihrem rheinländischem Dialekt. Denn dort, so fuhr die freundliche Dame freundlich fort, sei sowieso alles zerstört, niemand wisse etwas genaues, jedoch gäbe es noch genau zwei letzte Tickets für diesen Sonderflug. Sie antwortete: "Danke für diese ausführlichen und hilfreichen Informationen" und buchte ein Ticket, das Vorletzte, von Frankfurt bis also zumindest nach Tokio. Und sie erschrak über den Preis.

Als es richtig Tag geworden war und das winterliche München seine übliche Betriebsamkeit aufgenommen hatte, stieg sie auf ihr altes Fahrrad und brachte, unangekündigt, den Wohnungsschlüssel bei Freunden vorbei. In kurzen Sätzen erklärte sie ihnen die dringende Notwendigkeit jetzt in ein Erdbebengebiet zu verreisen, mitten im Semester, und bat darum, während ihrer Abwesenheit die beiden Katzen zu füttern. Auf die unvermeidbare Frage der Freunde hin, wie lange man denn die Katzen in etwa nun wieder füttern müsse, hatte sie keine ausreichende Antwort vorbereitet. Sie konnte nur, gefasst, erwidern: „Nein, ich weiß nicht, wie lange es für diesmal sein wird, die Katzen zu füttern, ich weiß ja nicht mal, was genau passiert ist, niemand weiß etwas genaues, man kann noch nicht in die Erdbebenregion vordringen und weil die Leitungen zerstört sind, erfährt man über das Schicksal der einzelnen Menschen aus der Region auch noch nichts.“ Die Freunde lächelten freundlich im Türrahmen ihrer warmen Wohnung stehend und antworteten: "Wird schon nichts passiert sein.“

Sie verließ das Haus der Freunde, ging an den blankgeputzten Klingelschildern vorbei, stieg auf das Fahrrad und raste, inzwischen sehr in Eile und die gängigen Verkehrsregeln ignorierend, durch das wieder zunehmend verschneite München die Leopoldstrasse entlang zurück in Richtung ihrer kleinen Wohnung am Rande des nördlichen Friedhofs. Auf dieser Wegstrecke überholte sie an einer roten Ampel einen dunkelblauen BMW, der erkennbar ein Diplomatenauto war. In dessen Innerem saß ein japanisch aussehendes Ehepaar in leichter Businesskleidung. Sie bremste vor dem BMW, legte das Rad als Sperre auf die Straße und klopfte auf der Seite des Chauffeurs an das Fenster. Die Autoschlange begann zu hupen, so wie das in München, der Stadt der Bayerischen Motorenwerke, generell üblich ist, sobald sich etwas anderes als ein Auto auf einer Fahrbahn befindet. Man denkt nicht nach, sondern will nach vorn. Der Chauffeur blickte sie widerwillig an, drückte auf ein Knöpfchen neben seinem Lenkrad, das Fenster summte nach unten und ein wohlig warmer Lufthauch strömte heraus auf ihre vor Kälte geröteten Wangen. Sie lächelte ihn an und fragte, ob sie bitte kurz mit seinen Fahrgästen sprechen könne, die sie durch eine zentimeterdicke Panzerglasscheibe hindurch, welche den Rücksitz vom Vordersitz trennte, beharrlich ignorierten. Nein, sagte der Chauffeur, sie könne sich jetzt nicht mit den ihm anvertrauten Fahrgästen unterhalten. Diese seien auf dem Weg zu ihrem Privatflugzeug, das müsse sie verstehen, man sei heute sehr in Eile. Sie antwortete, sie wäre heute auch sehr in Eile und beließ es bei dieser Information an den Chauffeur. Während das Fenster wieder hochfuhr und der warme Lufthauch verschwand, sah sie noch im Rückraum des dicken Autos eine aktuelle Ausgabe der Asahi-Shinbun liegen, eine der auflagenstarken japanischen Tageszeitungen. Sie ging zurück zu ihrem Fahrrad, hob es hoch, gab die Leopoldstraße für die inzwischen hysterisch hupende Autokolonne wieder frei und begann, den unterbrochenen Weg nach Hause schnell strampelnd auf dem verschneiten Radweg wieder aufzunehmen. Der dunkelblaue BMW fuhr an, überholte sie geschmeidig und bog in Richtung der Zubringerautobahn zum Flughafen ab.

Nun schien die Sonne in München, das Schneetreiben hatte aufgehört und die glitzernden Schneeberge türmten sich am Straßenrand. Wie immer, wenn die Wolkendecke sich etwas auflöste, kam die Kälte entsprechend deutlicher zu Tage. Und plötzlich spürte sie diese Kälte auch. Ihre Finger begannen in den Handschuhen zu frieren, die Ohren froren unter der Mütze, die Zehen froren in den Schuhen und aus ihrer Nase tropfte die Feuchtigkeit, die dann sofort an ihrem Schal festfror. Sie dachte daran, dass es in Nishinomiya genau jetzt auch kalt sei. Die Temperaturen in der Region fallen in den Wintermonaten unter den Gefrierpunkt und somit wächst die Gefahr, in zerstörten Häusern unter Trümmern zu erfrieren, verletzt, alleine, im Dunkeln. Schlotternd kam sie wieder zuhause an, suchte den großen Rucksack und begann zu packen.

 

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